Von Angst, Unsicherheit und Bulimie zu einer starken, selbstbewussten Frau!

Liebe Muskelmiezen,

ihr lest gleich die persönliche Geschichte von Lea aus Hamburg.

Sie wird Euch von Höhen und Tiefen, Verlusten und gewonnenen Kämpfen gegen sich selbst erzählen.

Wir danken ihr für so viel Offenheit und Vertrauen und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute! <3

 

Die eigene Optik

Meine Geschichte ist geprägt von Hürden, die ich überwunden habe aber auch knallharten Stürzen.

Es gibt sicher viele, die sich mit der ein oder anderen Problematik identifizieren können und sich damit allein fühlen.

Aber hey, nein, wir stehen alle mal mehr oder weniger wackelig da und sind niemals allein damit.

Um euch genau das zu zeigen, versuche ich den langen Weg möglichst kurz zu erzählen.

Seit ich denken kann, spielt Gewicht und Optik eine Rolle für mich, zumindest meine eigene.

Ich erinnere mich an Situationen in der Grundschule, in denen ich mich als zu dick betitelte obwohl das sicher nicht der Fall war.

Aber Selbstzweifel waren schon immer mein Ding.

Allerdings auch kämpfen.

So habe ich immer und immer gekämpft, allerdings gegen die falsche Person – mich.

Sportlich war ich immer: viel Ausdauersport wie Joggen, Fußball, Tanzen, Schwimmen, Skaten, Fahrradfahren oder die Sommerferien mit Seilspringen und Hoola Hoop verbracht.

Immer in Bewegung und zappelig.

 

Dann kam die Essstörung

Mit 13 fing das ganze an, das erste mal in eine extreme Richtung zu gehen.

Minimalste Kalorienzufuhr und bis zu 7 Stunden Ausdauersport am Tag.

Die Essstörungen fingen an und haben mich bis heute nicht ganz verlassen.

Aber vorab: Man kann es meistern.

So verfahren es manchmal auch scheint.

Rückschläge kann ich mittlerweile ganz gut verkraften und versuche mich nicht dafür zu verurteilen sondern ganz im Gegenteil: Ich versuche mir selbst zuzuhören, zu verstehen was mein Körper oder Seele denn eigentlich will oder was mich belastet.

Bin ich müde?

Habe ich Angst oder Stress?

Bin ich einfach traurig oder überfordert?

Nachdem das ganze immer in die Richtung Magersucht ging, drehte sich der ganze Spieß dann irgendwann um.

 

Und es ging weiter …

Nach Jahren des ständigen Hungerns kamen mit ca. 17 Jahren die Fressanfälle dazu.

Unerträgliche Zustände.

Zur Erleichterung musste der Finger im Hals die Erlösung bringen.

Die Quittung bekam ich durch eine Lungenentzündung, die mich aufgrund meines Zustandes fast das Leben gekostet hätte.

Meine Blutwerte waren laut Arzt, der einer 90 Jährigen gleich.

Man dachte erst es seien gar nicht meine Blutergebnisse weil es so absurd schien.

Dass dahinter Bulimie steckte, erriet niemand und ich schwieg.

Ich wurde über die Jahre ein Meister der Heimlichtuerei und Lügen.

Nicht lange danach kam dann mein seelischer Genickbruch.

Nach dem tragischen Verlust meiner Mama habe ich mich schlussendlich komplett verloren und habe nur noch alle Emotionen in Essen kompensiert.

Diese Phase hat fünf Jahre meines Lebens eingenommen bis ich endlich verstanden habe, dass ich wieder zurück zu mir finden muss und will.

Ich war an der Grenze zum Übergewicht und fühlte mich wie im falschen Körper, DAS war nicht ich.

Ich wollte wieder leben und ich selbst sein.

Ein lebensfroher und aktiver Zappelphilipp.

Fitness wurde zur Leidenschaft, die mir immer wieder so viel positive Energie gibt.

Und wenn ich etwas anfange, dann zu 200%.

15 Kilogramm Gewichtsverlust in 3 Monaten.

Keine Frage, dass ich sehr sehr dünn war und es wieder ins Extrem schlug.

Aber die Grundlage wieder glücklich zu sein war geschaffen.

Einen gewissen Zeitraum ging es gut aber die Rückschläge kamen.

Fressattacken häuften sich und waren irgendwann auch nicht mehr mit mehreren Stunden Cardio auszugleichen.

Es fehlte mir irgendwann auch die Kraft, körperlich und seelisch.

Das Gefühl einer Ohnmacht, machtlos und hilflos gegen mich selbst.

Mittlerweile habe ich verstanden, dass der Schlüssel die Ruhe und Gelassenheit in einem selbst ist.

Dieses Gedankenkarussell, ständig in den Spiegel sehen und sich selbst nieder zu machen und dabei das Lächeln zu verlieren, habe ich eingetauscht.

Gegen ab und zu mal tief durchatmen, mich selbst gern zu haben und den Spaß und die Leidenschaft am Sport und auch der gesunden Ernährung in den Fokus zu stellen.

Nur wer glücklich ist, kann auch gut sein oder wird einfach viel besser in seinem Tun.

Die Grundlage ist eine gesunde Seele.

Wir Mädels machen uns doch viel zu oft verrückt, dabei sind wir doch alle toll – genau so wie wir sind. 🙂